Unterwegs im Internet

Allerlei Interessantes und zuweilen Amüsantes aus den Untiefen der Virtualität

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Momox und Rebuy im (zufälligen) Vergleich

(Foto: Lupo/pixelio.de)

Mein Büro hatte es dringend nötig, aufgeräumt und ausgemistet zu werden. Dabei habe ich eine Menge Bücher aussortiert. Wenn auch schweren Herzens, aber hilft ja nichts. Bisher habe ich alte Bücher teilweise an Momox verkauft. Vor allem, wenn es sich um Fachbücher handelt, kann es sein, dass dabei noch ein netter Betrag zusammenkommt. Als ich Momox installiert habe, fiel mir ein, dass es ja noch mehr solcher Ankäufer gibt. Deshalb habe ich mir zusätzlich Rebuy installiert und jedes Buch über beide Apps gescannt (oder zumindest versucht), um zu schauen, wer mir noch mehr für das jeweilige Buch gibt. Preislich glich sich das in etwa aus. Mal bot Momox mehr, mal Rebuy. Allerdings gab die Rebuy-App schneller auf, hatte sich aufgehangen und ließ sich nicht mehr weiter verwenden. Sie machte insgesamt viele Probleme, stürzte häufig ab und ist nach meiner Einschätzung nicht so nutzerfreundlich wie die Momox-App, die reibungslos funktionierte. Insgesamt ist die App von Momox deutlich nutzerfreundlicher konzipiert und programmiert. Muss man bei einem Buch beispielsweise die ISBN händisch eingeben, weil es keinen Code zum Scannen gibt, so springt bei Momox die Tastatur sofort auf die Ziffern, bei Rebuy sind es zunächst die Buchstaben, dann muss ich selber zu den Ziffern wechseln.

Schlussendlich hatte ich zwei Pakete fertig gepackt. Eins für Momox und eins für Rebuy. An Momox schickte ich 14 Bücher, wovon alle akzeptiert wurden und ich bekam dafür 48,88 €. Auch Rebuy kaufte mir alle 15 eingeschickten Bücher ab, wofür ich 49,53 € erhielt. Beide Verkäufe habe ich am 6.11.2017 abgeschlossen und die Pakete sofort versendet. Das Geld von Momox war am 16.11. auf meinem Konto, das von Rebuy erst am 24.11. Bei Rebuy war die Auszahlung unnötig verzögert und kompliziert, da nicht direkt auf das Konto überwiesen wird, sondern man die Auszahlung manuell anstoßen muss, was wiederum NICHT über die App möglich ist, sondern über die Website erfolgen muss. Leider wird dies beim Verkauf nicht klar kommuniziert, sodass ich es erst auf Nachfrage über das Kontaktformular erfuhr – also wieder nicht so besonders nutzerfreundlich bei Rebuy. Allerdings war der Support bei beiden Anbietern sehr gut und hat meine jeweilige Mailanfrage innerhalb eines Tages hilfreich und freundlich beantwortet.

Fazit: Momox ist mein klarer Favorit. Die App ist einfach zu bedienen, läuft stabil und die Auszahlung erfolgt unkompliziert und zügig.

Feedback zu Tabuthema Fehlgeburt

Meine Lektorin Nicola Weyer vom Mabuse-Verlag und ich im Oktober 2017 auf der Frankfurter Buchmesse

Mein Buch ist nun schon vor einem halben Jahr erschienen. Zeit, mal Feedback zu sammeln.

Wenn man so ein Buch schreibt, ist das ja ein langer, manchmal sogar ein sehr langer Prozess (*räusper*). Als Autorin hadert man mit vielen Stellen, man zweifelt und verwirft und schreibt hin und her. Letztendlich muss man das Manuskript aber irgendwann abgeben und dann erscheint das Buch irgendwann und ich war wahnsinnig aufgeregt, als es erschien. Wie wird es ankommen? Erreicht es die Frauen, die ich erreichen möchte? Hilft es ihnen? Gefällt ihnen mein Stil? Habe ich alle Fakten richtig dargestellt, sind alle Infos richtig? Ich hatte richtig Angst. Dabei schien das für alle anderen völlig unbegründet. Meine Freunde und Familie sprachen mir Mut zu. Die ersten Freunde gaben mir Rückmeldung. Positiv. Bewegt. Beeindruckt. Ich habe mich so gefreut. Und dann habe ich meine erste Rückmeldung über Facebook bekommen:

Liebe Frau Funk, ich habe Ihr Buch an zwei Abenden ausgelesen. Es hat mir sehr geholfen. Ein tolles Buch! Ich hoffe viele Praxen etc. bekommen ein Buch.“

Ich saß wirklich weinend vor dem PC. Es hat mich so bewegt, dass ich wirklich jemandem mit meinem Buch helfen konnte. Das war alles, was ich wollte. Ich bekam ganz viele wirklich tolle Nachrichten, die mich alle sehr gefreut haben und immer noch freuen. Die positiven Rückmeldungen kamen aber nicht nur von betroffenenen Frauen, sondern auch von Frauenärztinnen, Hebammen und Angehörigen. Das Buch ist für viele Menschen geeignet, auch wenn das Thema nicht leicht ist. An verschiedenen Stellen im Internet und auch Printmagazine wie beispielsweise die Brigitte MOM stellten mein Buch vor oder rezensierten es. Die Links zu den Online-Rezensionen habe ich hier gesammelt:

Bald ist es da: Tabuthema Fehlgeburt

Mein Baby kommt bald zur Welt – in Form meines Buches „Tabuthema Fehlgeburt“. Und es (oder ich?) hat sich sehr viel Zeit gelassen.

2014 habe ich eine Umfrage zum Thema Umgang mit Fehlgeburten und Umgang mit Frauen bei Fehlgeburten hier auf dem Blog durchgeführt. Aufgrund meiner Tätigkeit als Chefredakteurin für das Internetportal www.9monate.de und nicht zuletzt eigener Erfahrungen liegt mir das Thema sehr am Herzen. Ich dachte, wenn das traurige Thema Fehlgeburten aus der Tabuzone geholt wird und die Öffentlichkeit dafür sensibilisiert wird, wird der Umgang mit Frauen, die Fehlgeburten erleiden müssen, letztendlich verbessert. Denn es läuft viel schief, wie das so bei Tabuthemen ist – in medizinischer und menschlicher Hinsicht. Die Umfrage sollte mir unterschiedliche Erfahrungen aufzeigen. Ich hatte darauf gehofft, dass vielleicht 50 Frauen teilnehmen, sodass ich diese Antworten auswerten und als Anhaltspunkte verwenden könnte. Was dann passiert ist, hat mich fast schon ein bisschen überfahren: 430 Frauen nahmen an der Umfrage teil und erzählten mir offen und ausführlich ihre Erfahrungen. Da war mir klar, dass ich in ein Wespennest gestochen hatte. Ich sah den Gesprächsbedarf, der zu dem Thema besteht und fühlte mich unglaublich ermutigt, ein Buch zu diesem Thema anzugehen.

Aber es kostete mich Kraft. Viel Kraft, die ich selber phasenweise nicht hatte. Ich hatte zu Beginn direkt 20 Seiten geschrieben. Seitdem lag das Manuskript da und ich hatte es nicht angerührt. Ich hatte oft ein unglaublich schlechtes Gewissen all den Frauen gegenüber, die auf das Buch warteten, aber ich konnte einfach nicht. Im Mai letzten Jahres habe ich mich dann berappelt und entschieden, dass nun Zeit ist für Alles oder Nichts. Also schickte ich ein Exposé an meine drei Wunschverlage. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mit nichts gerechnet. Wenn niemand Interesse daran gehabt hätte, dann hätte ich das angefangene Manuskript wenigstens in der Versenkung verschwinden lassen können und hätte kein schlechtes Gewissen mehr gehabt. Aber dann, drei Tage später, antwortete mir die Lektorin vom Mabuse-Verlag, dass sie sehr gerne etwas zu dem Thema machen wollen und mein Buch genau so wie von mir geplant weitergeschrieben werden kann. Ich war sprachlos. Nun hatte ich endlich einen Grund, weiter am Buch zu schreiben. Und dann ging es eigentlich ganz schnell und gut von der Hand. Nun ist es fertig und wird Ende des Monats erscheinen. Ich freue mich riesig und bin gespannt, wie es meinem Buch-Baby in der Welt ergehen wird.

(Cover: Mabuse Verlag)

Studie zu Social media und Hirnkonnektivität

Sprichst du über dich in den sozialen Medien? Auf Facebook vielleicht? Dann könnte dich interessieren, was Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften herausgefunden haben. Und zwar kann die Intensität der Nutzung sozialer Netzwerke wie Facebook durch die Aktivität im Belohnungssystem des Gehirns vorausgesagt werden.

Die Wissenschaftler konzentrierten sich in ihren Untersuchungen auf den medialen präfrontalen Kortex (in der Grafik 1) und den Precuneus (in der Grafik 2), zwei kortikale Hirnregionen, die aktiv werden, wenn Menschen über sich selbst nachdenken. An der Studie nahmen 35 Personen teil. Bei der Auswahl der Probanden wurde darauf geachtet, dass das Nutzerverhalten stark variierte. Alle Probanden teilten regelmäßig Bilder von sich selbst, erneuerten ihre Profilinformationen und ihren Status. Mithilfe von funktionaler Magnetresonanztomographie (fMRT) konnten regionale Interaktionen zwischen Hirnregionen, also funktionelle Konnektivität aufgezeichnet werden, die unter Ruhe auftreten. Die Probanden mussten während der Messungen keine spezielle Aufgabe lösen, sondern konnten ihre Gedanken schweifen lassen. Die Wissenschaftler analysierten daraufhin die Konnektivität des Gehirns aller Probandinnen und Probanden daraufhin, ob es eine Verbindung zwischen der Gehirnkonnektivität und der Nutzung der sozialen Medien gab.

„Je größer die Konnektivität zwischen dem medialen präfrontalen Kortex und dem Precuneus mit dem dorsolateralen präfrontalen Kortex (in der Grafik 3) war, desto mehr selbstbezogene Informationen teilten die Probanden auf Facebook“, sagt Dar Meshi, Studienleiter und wissenschaftlicher Forscher an der Freien Universität im Bereich der biologischen Psychologie und kognitiven Neurowissenschaft.

Hirnaktivität kann Intensität der Facebook-Nutzung voraussagen

„Mit unserer Studie konnten wir zeigen, dass mit der Art der Verarbeitung sozialer Anerkennung im linken Nucleus accumbens die Intensität der Facebook-Nutzung von Individuen vorausgesagt werden kann“, sagt Dar Meshi. „Die Ergebnisse erweitern unser Wissen darüber, ob und in welchem Maße eine spezifische Aktivierung des Nucleus accumbens Rückschlüsse auf komplexe menschliche Verhaltensweisen zulässt.“

Die Studienergebnisse könnten darüber hinaus wichtige Impulse für die klinische Forschung und für  die Lern- und Bildungsforschung geben, da eine Facebook-Nutzung und die individuelle Aktivierung im Belohnungssystem des Gehirns miteinander in Verbindung gebracht werden können. Die Autoren betonen jedoch, dass die Studie keine Rückschlüsse darüber zulässt, ob durch das positive soziale Feedback Menschen zu aktiven Facebook-Usern werden oder ob die intensive Nutzung sozialer Medien die Verarbeitung von sozialem Feedback im Gehirn verändert.

 

Drei Hirnreginen wurden auf Konnektivität in Bezug auf selbstbezogene Informationen auf Facebook untersucht  (Grafik: Freie Universität Berlin)

 

Quelle: Freie Universität Berlin: http://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2016/fup_16_061-studie-konnektivitaet-gehirn-soziale-medien/index.html

Originalstudie: http://www.nature.com/articles/srep22491

Nicht vergessen: Wir sind viele

Gerade im Internet könnte man derzeit den Eindruck gewinnen, dass ein starker Rechtsruck durch Deutschland geht. Auf Facebook & Co. lese ich beinah täglich menschenverachtende und rassistische Kommentare. Ich bin fassungslos. Ich bin wütend. Ich habe Angst vor Menschen, die solche Dinge äußern. Aber vor allem bin ich müde. Ich weiß, dass es wichtig ist, sich solchen Aussagen entgegen zu stellen. Aber es ist anstrengend, es kostet Kraft und Energie. Aber dieses Bild trügt und ich finde es für mich immer wieder wichtig, das nicht zu vergessen und sich daran zu erinnern. Denn sonst läge ich den ganzen Tag mit Decke über den Kopf im Bett und würde vermutlich Depressionen bekommen.

Ich kenne viele Menschen, die sich neben ihrem normalen Alltag aktiv für die Flüchtlinge in ihrer Gegend einsetzen und mit anpacken. Sie organisieren, sie unterrichten Deutsch, sie helfen bei Behördengängen, sie gehen mit zum Arzt oder sie sind selber der Arzt und haben sich bereit erklärt, Flüchtlinge erst mal kostenlos zu behandeln. Unglaublich viele Menschen helfen. Ich glaube, dass es viel mehr sind, als die, die hasserfüllte Kommentare irgendwo im Internet posten. Denn während die einen frustriert vor dem Internet sitzen und posten, Hass verbreiten und unreflektiert ziemlich viel Quatsch erzählen, sind die anderen einfach damit beschäftigt etwas zu tun und nicht darüber zu reden, denn dafür bleibt eigentlich keine Zeit mehr. Mir fällt auf, dass die, die sehr kritische und teilweise falsche Fakten erzählen, auf Nachfrage selber noch keine Erfahrungen mit Flüchtlingen oder in der Flüchtlingshilfe gemacht haben. Spreche ich hingegen mit Menschen, die selber Kontakt zu Flüchtlingen haben, so höre ich überwiegend nur positive Dinge. Ich erlebe sie selber, Woche für Woche. Der Austausch mit anderen Helfern ist wunderbar und gibt mir Kraft. Viele berichten voller Enthusiasmus genau das, was auch bei uns geschieht. Der gegenseitige Austausch macht Spaß, hilt auch den Helfern zu verstehen und verstanden zu werden. Und zu unseren Treffen, wo wir organisieren und versuchen, so gut es geht unsere Kräfte einzuteilen, um helfen zu können, erscheinen jede Woche neue Menschen, die helfen möchten. Menschen mit Zuversicht und Energie, die mit anpacken möchten. Die nicht nur zusehen möchten. Und die letztendlich Flüchtlinge zu neuen Nachbarn und Freunden machen.

Es ist ein wunderbares Gefühl zu sehen, dass es ganz, ganz viele gibt, die anpacken, die kein Verständnis für Pauschalisierung, Vorverurteilung und Fremdenhass haben, sondern die sich ein eigenes Bild machen. Die Hoffnung haben, die sehen, dass es uns gut geht und die andere auch ganz einfach daran teilhaben lassen wollen. Das gibt mir Mut in Phasen, in denen ich zweifle, in denen ich Angst vor einem rechten Deutschland habe, in denen mir die Kraft ausgeht und in denen ich denke es bringt alles nichts, wenn so viele nicht wollen, dass es was bringt. Doch es bringt was. Wir sind viele. Wir sind nicht alleine. Bitte vergesst das nicht.

Foto: sterntaler62 /pixelio.de

Foto: sterntaler62 /pixelio.de

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