Übersetzer & Dolmetscher

Vorteile für den Kunden bei der Zusammenarbeit mit Freiberuflern

(Foto: I-vista/pixelio.de)

Viele Privatkunden und Firmen stehen vor dem Problem, dass sie nicht wissen, wen sie beauftragen sollen aus dem großen Angebot von Freiberuflern und Agenturen am Markt. Gerade wenn der Kunde vorher noch nie einen Übersetzer, Texter oder Lektor brauchte, so steht er erst mal relativ hilflos da angesichts der vielen Angebote, auf die er stößt. Ich habe mich schon mit einigen Kunden darüber unterhalten und interessante Fragen und Argumente gehört. Kunden denken oft erst einmal pauschal, dass je größer, desto besser – also eine Agentur beauftragen? Andererseits zählt für viele der persönliche Kontakt und die exakte Berücksichtigung und Umsetzung ihrer Wünsche.

Ich habe verschiedene Argumente gesammelt, warum ein Freiberufler in der Zusammenarbeit von Vorteil sein kann:

  1. Persönlicher Kontakt/Kommunikation: Der Kunde weiß, mit wem er es konkret zu tun hat und kann seine Wünsche direkt formulieren, ohne dass es über einen Dritten läuft. Hierbei kann er sich ein Bild vom Übersetzer/Texter/Lektor und dessen Qualifikationen machen. Rückfragen sind schnell und auf kurzem Wege möglich, alles Wichtige kann telefonisch oder per Mail besprochen werden. Somit ist die beste Voraussetzung gegeben, dass liefern zu können, was der Kunde auch möchte.
  2. Preis: Ein Freiberufler kalkuliert seine Preise so, dass er davon leben kann – klar. Eine Agentur dient als Vermittler und möchte natürlich auch Geld verdienen. Das schlägt sich häufig im Preis nieder, sodass es für den Kunden letztendlich oft teurer wird, der eigentliche Dienstleister aber weniger für seine Arbeit erhält.
  3. Konsistenz in Texten: Ein regelmäßig beauftragter Freiberufler weiß, welche Terminologie beim Kunden bevorzugt wird und welche Besonderheiten es möglicherweise gibt. Bei einer Agentur kann es sein, dass mal diese und mal jener Texte für diesen einen Kunden bearbeitet.
  4. Transparenz: Die Beauftragung eines Freiberuflers bedeutet für den Kunden normalerweise auch höhere Transparenz. Er weiß, wer seinen Text bearbeitet und welche Kompetenz derjenige hat. Gibt er es an eine Agentur, die beispielsweise über 40 Sprachen o. ä. anbietet, wird der Auftrag mit ziemlicher Sicherheit auch an einen Freiberufler weitergegeben, nur ist dieser dem Kunden dann nicht bekannt (siehe 1. Persönlicher Kontakt).
  5. Motivation: Ein Freiberufler ist meistens darauf angewiesen, dass er regelmäßig Aufträge erhält, um überleben zu können. Dafür muss seine Arbeit stimmen und er muss sie gut machen, um entsprechende Referenzen vorweisen zu können und Folgeaufträge zu erhalten. In der Regel liebt er seine Arbeit, sonst würde es sie nicht freiberuflich ausüben, denn in einer Festanstellung wäre manches deutlich einfacher, z. B. das feste Gehalt am Ende des Monats auf dem Konto – egal wie motiviert man im entsprechenden Monat war.

Natürlich gibt es durchaus auch Vorteile, die für Agenturen sprechen, beispielsweise bei sehr großen Projekten oder wenn das gesamte Projektmanagement übernommen werden soll. Dennoch sind die Vorteile der Einzelkämpfer für einige Auftraggeber wichtig und können sogar einen Wettbewerbsvorteil bringen.

Sprachen lernen ist toll

(Foto: *Clam* /pixelio.de)

(Foto: *Clam* /pixelio.de)

Ich finde ja, es gibt so viele tolle und faszinierende Sprachen, dass ich am Liebsten ständig neue lernen würde. Leider komme ich nicht so richtig dazu. Letztes Jahr habe ich zwar mein Französisch mal aufgefrischt, aber ansonsten bin ich schon ausgelastet genug, in meiner Freizeit Englisch und Spanisch durch Bücher und Filme „frisch“ zu halten. Vergangenes Jahr habe ich mal autodidaktisch versucht, Niederländisch zu lernen. Leider bin ich über die Phonetik in Lektion 1 nicht hinausgekommen. Wenn ich mal irgendwann Zeit habe (als Rentnerin vielleicht?) möchte ich auf jeden Fall Hebräisch lernen. Und Isländisch sowie Finnisch wären auch toll. Ach, so viele, so spannende Sprachen. Gibt es eine Sprache, die Ihr noch unbedingt lernen wollt?

Da ich zu diesem Thema in den vergangenene Tagen eine passende (und motivierende!) Pressemitteilung bekommen habe, möchte ich diese hier veröffentlichen. Sie ist vom Deutschen Grünen Kreuz.

Wer Sprachen lernt, bleibt geistig länger fit

Wer mindestens zwei Sprachen (Muttersprache plus eine Fremsprache) beherrscht, hat im Alter bessere kognitive Fähigkeiten. Das ist schon länger bekannt. Bilingualität scheint Studien zufolge sogar das Einsetzen einer Demenz im Alter hinauszuzögern.

Bisher war allerdings nicht klar, was der Grund für diese Beobachtung ist: Fördert wirklich der Spracherwerb selbst das Gehirn, oder lernen intelligente Menschen einfach häufiger mehrere Fremdsprachen? Britische Forscher haben nun eine Antwort gefunden: Der positive Einfluss des Fremdsprachenlernens erwies sich in der Studie als unabhängig von der Intelli­genz der Probanden in ihrer Kindheit, die in der Untersuchung berücksichtigt wurde. Es mag also sein, dass Schlauköpfe häufiger Sprachen lernen. Aber: wer Sprachen lernt fördert sei­ne kognitiven Fähigkeiten, ganz egal, ob er nun ein Schlaukopf ist oder nicht. Besonders stark waren die Effekte in Bezug auf die spätere allgemeine Intelligenz und das Lesen. Und: Wer drei oder mehr Sprachen beherrscht, profitierte stärker als jene, die „nur“ zwei Sprachen beherrschten. Erstaunlich ist, dass es scheinbar keinen Einfluss hat, ob die Sprache aktiv gesprochen wird oder nicht. Besonders ermutigend ist, dass es wohl keine große Rolle spielt, zu welchem Zeitpunkt die Fremdsprache erlernt wird. Die Teilnehmer, die erst als Erwachsene eine weitere Sprache erlernten, profitierten genauso wie jene, die schon während der Schulzeit eine Sprache paukten. Es ist also nie zu spät, um das Gehirn mit Sprachen zu trainieren.

Quelle: Bak T. H. et al.: Does Bilingualism Influence Cognitive Aging? Annals of Neurology, online publiziert am 2. Juni 2014. DOI: 10.1002/ana.24158

Internationale Fachkonferenz für Dolmetscher und Übersetzer

Die 2. Internationale Fachkonferenz des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) rückt näher, und noch bis 10. September ist die Anmeldung möglich: Unter dem Motto „Übersetzen in die Zukunft“ trifft sich die Dolmetscher- und Übersetzerbranche vom 28. bis 30. September im Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin zu Weiterbildung und Erfahrungsaustausch. Die Teilnehmer erwarten 150 Vorträge, Podiumsdiskussionen, Seminare und Workshops. Im Fokus stehen Veranstaltungen, die dem aktuellen Trend zur Spezialisierung Rechnung tragen. So gibt es zum Beispiel eine Einführung in Finanzderivate für Übersetzer, Workshops zur Terminologiearbeit oder einen Schnupperkurs in Softwarelokalisierung. Die Referenten sind mehrheitlich selbst als Dolmetscher oder Übersetzer tätig. Schon 1.200 Teilnehmer aus dem In- und Ausland haben sich für die Fachkonferenz registriert – Anmeldeschluss ist Montag, der 10. September. Tickets sind für alle drei Konferenztage oder auch als Tagestickets online buchbar. Studierende zahlen einen ermäßigten Teilnehmerbeitrag. Weitere Informationen und Anmeldung unter http://www.uebersetzen-in-die-zukunft.de.

Dolmetschern und Übersetzern bietet die Internationale Fachkonferenz neben der Weiterbildung eine gute Gelegenheit zum Networking. Erstmals gibt es von Freitag bis Sonntag sechs fachspezifische Netzwerktreffen, um Berufskollegen kennenzulernen und sich auszutauschen. Eine Fachmesse und eine Stellenbörse ergänzen das Programm der Konferenz. Zu den Ausstellern der Stellenbörse zählt beispielsweise die Generaldirektion Übersetzung der Europäischen Kommission, die über Karrierechancen in ihrer Organisation informiert.

Die Konferenz hat prominente Unterstützer. Den Eröffnungsvortrag hält die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan. Schirmherren der Konferenz sind Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, sowie Wolfgang Steimels, Präsident des Bundessprachenamts – Deutschlands größtem Sprachendienst. Unter http://www.uebersetzen-in-die-zukunft.de ist das Programm der Internationalen Fachkonferenz zu finden.

Die Konferenzdaten auf einen Blick:

2. Internationale Fachkonferenz „Übersetzen in die Zukunft“
„Dolmetscher und Übersetzer: Experten für internationale Fachkommunikation“
28. – 30. September 2012
Beginn: Freitag 12.30 Uhr (Einlass ab 9.00 Uhr)
Ende: Sonntag 15.00 Uhr
Ort: Freie Universität Berlin, Henry-Ford-Bau, Garystraße 35, 14195 Berlin
Internet: http://www.uebersetzen-in-die-zukunft.de

(Pressemitteilung der BDÜ Weiterbildungs- und Fachverlagsgesellschaft mbH. Text: Birgit Golms, golms communications)

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Muttersprachlerprinzip – sinnvoll oder nicht?

Vor kurzem führte ich ein Korrektorat eines englischen medizinisch-wissenschaftlichen Berichts durch. Dabei fiel mir ziemlich schnell auf, dass die Übersetzung aus dem Deutschen von einem deutschen Muttersprachler erfolgt sein musste. Man erkennt es leider am Satzbau, Grammatik, Wortwahl u.v.m. Interessanterweise wurde der Text ursprünglich auch bei mir zur Übersetzung angefragt, aber ich lehnte ab, da ich aus Prinzip nur in meine Muttersprache Deutsch übersetze. Zur Erklärung: Das reine Korrektorat, in dem es „nur“ um Orthografie und Interpunktion sowie Formatierung geht, nehme ich an, denn ich bin in Texten dieser Art sicher.

Nun twitterte ich (ja, ich bin auf Twitter hängengeblieben, siehe auch dieser Eintrag), dass ich etwas genervt von der Übersetzung sei, von der man merkte, dass sie von einem Nicht-Muttersprachler gefertigt worden sei und ich dies für unseriös hielte. Daraufhin antwortete mir eine andere Übersetzerin, dass sie das ganz anders sehe, denn sie übersetze auch in die Fremdsprache und halte dies bei einem muttersprachlichen Lektor für eine gute Kombination, die gelungene Texte hervorbringe.

Ich habe es als Denkanstoß genommen und mir bei dem monatlichen Übersetzerstammtisch auch weitere Meinungen eingeholt. Und ehrlich gesagt ist meine Meinung dieselbe geblieben. Ich finde es unseriös, in die Fremdsprache zu übersetzen. Es gibt sicherlich Ausnahmen, wie beispielsweise Dokumente und Urkunden, bei denen der Inhalt immer wiederkehrend ist. Sicherlich ist es in Phasen, in denen Auftragsflaute herrscht, verlockend und ich habe selber schon mal kurz darüber nachgedacht, es anzunehmen, mich letztendlich aber dagegen entschieden. Denn für Texte, auch wissenschaftlicher Art, finde ich es nach wie vor unseriös. Sprache ist so vielschichtig und letztendlich auch kompliziert, dass man bei manchen Satzkonstruktionen schon in seiner Muttersprache unsicher ist und hin und her überlegt, um einen Satz sauber zu Papier zu bringen. Ich bin der Überzeugung, dass sprachliche Feinheiten, grammatikalische Konstruktionen und stilistische Korrektheit nur von einem Muttersprachler einwandfrei beherrscht werden können. Es kommt in der Fremdsprache unweigerlich zu Fehlern und ich finde nicht, dass das anschließende Lektorat dafür da ist, die Übersetzungsfehler auszumerzen. Wenn es überhaupt ein Lektorat gibt, denn dies ist nicht bei allen Kunden der Fall.

Jetzt kann man das Argument anführen, dass der Nicht-Muttersprachler den Ausgangstext dafür genau versteht. Das mag sein, aber was nützt es, wenn er die Korrektheit in der Zielsprache nicht gewährleisten kann? Selbst bilinguale Übersetzer, die ich kenne, übersetzen stets nur in eine Richtung. Weil sie sich sonst unsicher fühlen und eben die erwähnte Genauigkeit und Korrektheit nicht 100% garantieren können. Bei dem Stammtisch stellte sich übrigens heraus, dass alle nach dem Muttersprachlerprinzip arbeiten, das Lektorat/Korrektorat hingegen gerne von Nicht-Muttersprachlern durchgeführt und als sinnvoll erachtet wird.

Für mich bleibt das Muttersprachlerprinzip die Grundvorraussetzung für qualitativ hochwertige Übersetzungen. Und ich werde weiterhin Kunden, die eine Übersetzung ins Englische oder Spanische wünschen, an meine Muttersprachler-Kollegen verweisen.

Dolmetschen kann doch jeder!

Zum zweiten Mal erreichte mich heute vía Twitter diese Stellenanzeige der Arbeitsagentur Nürnberg:
Dolmetscher und Wäschereihelfer (m/w) Arbeitsort: Eckental
Hier hatte ich mich schon im März darüber geärgert. Daraufhin konnte ich nicht anders, als der Arbeitsagentur Nürnberg folgenden Brief zu schreiben:

Sehr geehrte Mitarbeiter/innen der Arbeitsagentur Nürnberg,

als Diplom-Übersetzerin stößt mir Ihre oben genannte Stellenanzeige, die ich in dieser Formulierung bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres lese, übel auf.

Anscheinend ist Ihnen nicht bekannt, welche Qualifikationen ein/e Dolmetscher/in haben muss, was gerade für Sie als Arbeitsagentur nicht nur bedauerlich, sondern eine Unverschämtheit ist. Dolmetschen und Übersetzen studiert man in der Regel und der Stundenlohn beträgt aufgrund der schwierigen und anspruchsvollen Aufgaben weitaus mehr als zehn Euro. Dolmetschen kann auch niemand mal „so nebenbei“ (neben dem Wäschereijob) machen, sondern es erfordert lange Jahre des Lernens und der Übung sowie eine gewisse Grundbegabung. Selbst ich als Diplom-Übersetzerin würde es mir nicht anmaßen, mal eben dolmetschen zu können, vor allem verhandlungssicher, wie von Ihnen gewünscht. Verhandlungsdolmetschen ist eine eigene Kategorie des Dolmetschens, zu der man gewisse Grundlagen benötigt. Die Stellenanzeige spiegelt leider wider, was viele Unbedarfte häufig über Übersetzer und Dolmetscher denken. Dass das jeder machen kann, der die Sprache beherrscht. Wenn Sie sich mal über die Berufe Dolmetscher/in und Übersetzer/in informieren wollen, lege ich Ihnen die Seite www.bdue.de ans Herz. Es wäre wünschenswert, dass die Mitarbeiter/innen der Arbeitsagentur wissen, welche Qualifikationen nötig sind und welche Tätigkeiten diese Berufe beinhalten.

Es zeugt leider von großer Inkompetenz eine solche Stellenanzeige zu verfassen. Es passt jedoch zu dem Ruf, den die Arbeitsagentur anscheinend nicht ohne Grund genießt. So wurde ich als ich vor einigen Jahren das einzige Mal in meiner Laufbahn für zwei Wochen arbeitslos gemeldet war, nach meinem Beruf gefragt. Nach meiner Auskunft, Übersetzerin für Englisch und Spanisch zu sein, folgte von der Sachbearbeiterin danach die Frage, ob ich Fremdsprachenkenntnisse hätte. Tja, wenn Mitarbeiter wirklich interessiert wären und zuhören sowie mitdenken würden, dann würde dies auch was bringen. So wird leider meist nur ein Pflicht-Frageprogramm heruntergeleiert und man wundert sich, warum die Abneigung gegen die Arbeitsagenturen wächst.

Ich hoffe sehnlichst, dass Sie niemanden für die ausgeschriebene Stelle finden und wenn doch, dass Sie merken, dass Ihren Ansprüchen nicht jeder Unqualifizierte gerecht werden kann.
Ich werde diese E-Mail auch auf meinem Blog www.miriamfunk.online.de veröffentlichen und würde mich über eine Stellungnahme Ihrerseits freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Miriam Funk