WortWirrWarr – das Blog

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Facebook hat mich erwischt!

Nachdem ich schon oft Einladungen von sogenannten Freunden zu Facebook abgelehnt habe, da es sich meiner Meinung nach nur um das Sammeln von Kontakten zu mir unerklärlichen Zwecken handelt, habe ich mich nun dort angemeldet. Überzeugen konnte mich meine Freundin Amanda aus London, mit der ich während meiner Studienzeit in Granada/Spanien eine WG teilte. Wir haben regelmäßig im Messenger Kontakt und sie überzeugte mich, es sei doch „very funny“ und ich müsse unbedingt mitmachen. Ok, da ich der Meinung war, es könne durchaus lustig sein, dort vor allem Bekannte aus dem Ausland virtuell wiederzutreffen, habe ich mich angemeldet. Tatsächlich traf ich dort sofort auf Amanda ebenso wie auf Juan-Pedro, unseren liebsn WG-Freund damals. Was ich bis dato nicht wusste: Die beiden hatten eine lustige Sammlung Fotos aus unserer damaligen WG online, von denen es mir ehrlich gesagt lieber wäre, sie würden nicht einfach so im Internet kursieren. Details dazu möchte ich euch ersparen, nur soviel: Wir waren ein Haufen von Menschen, die nicht wirklich viel zu tun hatten und dementsprechend auf eine Menge dumme Gedanken kamen, um die Zeit rumzukriegen und dabei Spaß zu haben. Die meisten dieser Fotos hatte ich bis dahin auch noch nie zu Gesicht bekommen. Aber abgesehen davon, was ist mit dem Recht am eigenen Bild? Das ist in diesen Internetportalen vollkommen wurscht, Hauptsache man kann mit den lustigsten Fotos aufwarten. Ich gebe zu, ich habe auch von anderen Leuten teilweise recht witzige Fotos gesehen und hämisch darüber gelacht… Aber verstehn kann ich trotzdem nicht, wie die ganze Welt bedenkenlos irgendwelche Fotos einstellt ohne Rücksicht auf Verluste. Ich will so nicht zu finden sein! Oder zumindest gefragt werden.

„rofl“ oder wer hätte das vor 20 Jahren verstanden?

Am Wochenende habe ich auf WDR den Poetry Slam meets lit.Cologne gesehen und war begeistert. Ganz besonders begeistert war ich persönlich von einem jungen Künstler (sorry, ich habe vor lauter Begeisterung den Namen vergessen), der den Beitrag „Ich bin online“ vortrug. Dabei kam die Frage auf, wer seinen Text vor 20 Jahren verstanden hätte. Dieser Satz sprach mir aus dem Herzen.

Ich bin selber im Internetbereich tätig und kenne diverse „Communitys“ (auf Anglizismen möchte ich heute nicht eingehen, das hebe ich mir für ein anderes Mal auf!). Dennoch bin ich immer wieder verwundert über die dort herrschende, sich (zurück)entwickelnde Sprache. Ich persönlich verweigere die Benutzung seltsamer Abkürzungen wie „lol“, da mir deren Sinn und vor allem Zweck bis heute unklar ist. Zumal ich schon oft erlebt habe, dass vielen die Bedeutung zwar klar ist, was es heißt oder woher es kommt jedoch nicht. Wahrscheinlich haben die meisten Nutzer heute so wenig Zeit (und dass obwohl fast jeder eine Flatrate hat und sowieso den ganzen Tag online ist), dass sie einen Satz wie „Das finde ich zum Lachen“ oder „Ich lache mich kaputt“ nicht ausschreiben können. Ok, bei SMS könnte ich es aufgrund der begrenzten Zeichenzahl noch verstehen, aber …warum? Immer wieder schön ist es auch, wenn jemand Unbedarftes eine solche Abkürzung sieht und ahnungslos fragt, was das sei. Daraufhin erklärt ihm zumeist ein extrem internetaffiner Mensch, was dies bedeutet. Ich mag Menschen, die solche Abkürzungen noch nicht kennen!

Wozu ich mich inzwischen selber hinreißen lasse, ist das Benutzen von Smileys. Diese ergeben in meinen Augen einen Sinn, da ich selber schon E-Mails falsch verstanden habe bzw. meine Aussagen in E-Mails falsch ankamen. Aber eigentlich geht mir selbst das schon zu weit. Wer hat früher in Briefen (ja, so hat man früher kommuniziert!) Smileys hingekrickelt? Nein, man nahm sich die Zeit, in Worten auszudrücken, was man dem anderen mitteilen wollte.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich bin ein riesiger Internetfan und würde in Heulkrämpfe ausbrechen, wenn mir jemand meinen geliebten Rechner samt Internet wegnehmen würde. Aber warum muss man seltsame Abkürzungen verwenden, die zudem noch aus dem anglo-amerikanichen Sprachraum herrühren? Wollen die Menschen zeigen, wie beschäftigt sie sind? Oder wie modern? Ich halte unsere Sprache für schön und wertvoll, zudem kann ich in E-Mails oder Foren auch kommunizieren, ohne meine Ausdrücke zu verkrüppeln, obwohl ich viel um die Ohren habe. Und wenn dies modern ist, dann bin ich gerne altmodisch. ;)

P.S.: Falls jemand noch überlegt (Kompliment!): rofl = rolling on the floor laughing…

Früherkennung Gebärmutterhalskrebs

In der Mitgliederzeitschrift meiner Krankenkasse habe ich gelesen, dass alle Frauen, die nach dem 01.04.1987 geboren sind, sich zwischen ihrem 20. und 22. Geburtstag über die Früherkennung zum Gebärmutterhalskrebs beraten lassen sollen. Weiter geht der Text damit, dass alle, die das nicht tun, falls sie später an Gebärmutterhalskrebs erkranken, zwei statt ein Prozent ihres Bruttoeinkommens zuzahlen müssen. Ich lese es wieder und wieder und kann es nicht glauben. Junge Frauen sollen also davon ausgehen, dass sie an Krebs erkranken und ihre finanzielle Belastung vorab senken? Das hört sich für mich stark nach Einsparungsmaßnahmen durch das Hintertürchen an. Oder soll vielleicht die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs angekurbelt werden? Lassen sich zu wenige Mädchen und Frauen freiwillig impfen?

Angesichts dieses Artikels stellt sich mir die Frage, was mit den Rauchern, den Übergewichtigen, den Workaholics und vielen anderen ist. Müssen Raucher, die an Lungenkrebs erkranken, die Behandlung selber zahlen? Oder stark Übergewichtige die notwendige Spezialausstattung? Workaholics die Behandlung des Burn-Out-Syndroms? Sind wir nicht so gesehen alle selber für unsere Erkrankungen verantwortlich? Dies lässt sich doch alles gar nicht nachweisen und erst recht nicht realisieren. Aber junge Frauen sollen zur Vorsorge gezwungen werden? In meinen Augen wären Aufklärungskampagnen viel sinnvoller, um Menschen selber entscheiden zu lassen, ob sie gewisse so genannte Vorsorgemaßnahmen durchführen lassen wollen und ihnen somit zuzutrauen, selber zu entscheiden. Angesichts solcher Meldungen frage ich mich jedoch, was den Menschen überhaupt noch zugetraut wird. Menschen geistig zu entmündigen statt sie zu stärken, ist in meinen Augen definitiv der falsche Weg.

Neulich beim Damensport – oder – Nix für mich!

Alles fing damit an, dass mein Arzt bei mir Bluthochdruck feststellte. Ich solle, wenn möglich nicht mehr rauchen, meine Ernährung umstellen und mir regelmäßige Bewegung gönnen. Da ich als Patientin sehr compliant bin, sagte ich mir, meine Ernährung ist in Ordnung, für Sport habe ich keine Zeit, also lasse ich die 30 Zigaretten täglich doch mal weg. Gesagt, getan. Abgesehen davon, dass ich mich extrem nach Zigaretten verschmachtete, nahm ich innerhalb von zwölf Wochen stolze zehn Kilo zu. Da ich von Natur aus sowieso nicht zu den zart gebauten Wesen gehöre, sondern mich gewichtsmäßig immer an der für mich erträglichen Obergrenze tummle, fühlte ich mich schnell unwohl. Es half leider auch nichts, auf die Ernährung zu achten, dass hatte ich von Anfang an bereits getan, aber leider stieg die Nadel auf der Waage höher und höher. Mein morgentlicher Gang zur Waage löste langsam Schweißausbrüche bei mir aus, was dem Blutdruck im Übrigen auch nicht zuträglich war. Na gut, dachte ich mir, dann muss ich mir eben Zeit freischaufeln und meinen inneren Schweinehund überwinden und regelmäßig Sport treiben. Also meldete ich mich beim nächsten Yogakurs an, da ich dies auch gerne in der Vergangenheit tat und zudem Entspannung nötig hatte. Als Ausgleich dazu meldete ich mich zusätzlich bei einer netten Damensportgruppe namens „Body Fit“ an. Mein erster Besuch, der natürlich erst mal eine „Schnupperstunde“ sein sollte, trieb mir den Schweiß auf die Stirn, meine körperliche Untrainiertheit vor Augen und so beschloss ich dagegen anzugehen, mich dem zu stellen und meldete mich an. Seitdem bin ich Mittwochs in der Gruppe.

Sobald ich das Gebäude betrete, in dem der Kurs stattfindet, sehe ich das Schild „Weight Watchers, 1. Stock“. Lieber treibe ich täglich Sport, als mich dort blicken zu lassen. Also gehe ich in den zweiten Stock, in dem sich der wenig ansprechende Gymnastikraum befindet. Nicht nur, dass er kalt und mit Neonröhren ausgeleuchtet ist, nein, das Schlimmste erwartet mich dann noch. Eine komplette Wand ist nämlich, wie in Gymnastikräumen üblich, mit einem Spiegel verkleidet, in dem sich frau bei der körperlichen Betätigung selbst beobachten kann. Leider nützt es auch nichts, sich wie ich in der letzten Reihe zu formieren, denn die freundlichen Mitstreiterinnen gehen gut gemeint zur Seite, damit auch ich mich sehen kann. Will ich aber gar nicht! Es ist eine der brutalsten Erfindungen, diese Spiegel in solchen Räumen zu installieren. Es soll der Beobachtung zur Selbstkontrolle dienen, was in meinen Augen völlig daneben ist, da die meisten Frauen bei den Übungen mit rundem Rücken sich schief verbiegen und dabei glücklich im Spiegel beobachten, was sie da tun. Dabei merken sie leider gar nicht, dass es genau so nicht aussehen sollte. Ich hingegen, als gelernte Physiotherapeutin, bewerkstelllige die Übungen zwar relativ rückengerecht, muss aber leider sehen, wie furchtbar unkoordiniert ich aussehe. Denn bei den aerobicartigen Übungen, die streckenweise ins Tänzerische abdriften, stelle ich mich extrem dämlich an. Das ist einfach nichts für mich, ich mache mich absolut lächerlich und muss mir selber dabei zusehen. Alle Arme gehen hoch beim Schritt nach vorne mit rechts, nur meine gehen dann hoch, wenn alle anderen die Arme bereits wieder unten haben. Zur Belustigung aller! Denn Dank des großen Spiegel können alle meine koordinativen Fähigkeiten bewundern.Großartig. Ich glaube, ich gehe dann doch lieber alleine joggen…

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