Sprachen lernen ist toll

(Foto: *Clam* /pixelio.de)

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Ich finde ja, es gibt so viele tolle und faszinierende Sprachen, dass ich am Liebsten ständig neue lernen würde. Leider komme ich nicht so richtig dazu. Letztes Jahr habe ich zwar mein Französisch mal aufgefrischt, aber ansonsten bin ich schon ausgelastet genug, in meiner Freizeit Englisch und Spanisch durch Bücher und Filme „frisch“ zu halten. Vergangenes Jahr habe ich mal autodidaktisch versucht, Niederländisch zu lernen. Leider bin ich über die Phonetik in Lektion 1 nicht hinausgekommen. Wenn ich mal irgendwann Zeit habe (als Rentnerin vielleicht?) möchte ich auf jeden Fall Hebräisch lernen. Und Isländisch sowie Finnisch wären auch toll. Ach, so viele, so spannende Sprachen. Gibt es eine Sprache, die Ihr noch unbedingt lernen wollt?

Da ich zu diesem Thema in den vergangenene Tagen eine passende (und motivierende!) Pressemitteilung bekommen habe, möchte ich diese hier veröffentlichen. Sie ist vom Deutschen Grünen Kreuz.

Wer Sprachen lernt, bleibt geistig länger fit

Wer mindestens zwei Sprachen (Muttersprache plus eine Fremsprache) beherrscht, hat im Alter bessere kognitive Fähigkeiten. Das ist schon länger bekannt. Bilingualität scheint Studien zufolge sogar das Einsetzen einer Demenz im Alter hinauszuzögern.

Bisher war allerdings nicht klar, was der Grund für diese Beobachtung ist: Fördert wirklich der Spracherwerb selbst das Gehirn, oder lernen intelligente Menschen einfach häufiger mehrere Fremdsprachen? Britische Forscher haben nun eine Antwort gefunden: Der positive Einfluss des Fremdsprachenlernens erwies sich in der Studie als unabhängig von der Intelli­genz der Probanden in ihrer Kindheit, die in der Untersuchung berücksichtigt wurde. Es mag also sein, dass Schlauköpfe häufiger Sprachen lernen. Aber: wer Sprachen lernt fördert sei­ne kognitiven Fähigkeiten, ganz egal, ob er nun ein Schlaukopf ist oder nicht. Besonders stark waren die Effekte in Bezug auf die spätere allgemeine Intelligenz und das Lesen. Und: Wer drei oder mehr Sprachen beherrscht, profitierte stärker als jene, die „nur“ zwei Sprachen beherrschten. Erstaunlich ist, dass es scheinbar keinen Einfluss hat, ob die Sprache aktiv gesprochen wird oder nicht. Besonders ermutigend ist, dass es wohl keine große Rolle spielt, zu welchem Zeitpunkt die Fremdsprache erlernt wird. Die Teilnehmer, die erst als Erwachsene eine weitere Sprache erlernten, profitierten genauso wie jene, die schon während der Schulzeit eine Sprache paukten. Es ist also nie zu spät, um das Gehirn mit Sprachen zu trainieren.

Quelle: Bak T. H. et al.: Does Bilingualism Influence Cognitive Aging? Annals of Neurology, online publiziert am 2. Juni 2014. DOI: 10.1002/ana.24158