Monatsarchive: April 2012

Fehlerteufel: Mann oder man?

Wenn man Zeitung oder im Internet liest, begegnen einem unwillkürlich auch Fehler. Ich meine keine Tippfehler, sondern Wörter, bei denen man den Eindruck hat, keiner weiß so genau, wie sie denn nun richtig geschrieben werden. Manche sind so weit verbreitet, dass sich manchmal schon die falsche Version durchgesetzt hat und so zu noch mehr Verwirrung führen. Man sieht sie auf Flyern, im Fernsehen, in der Zeitung, eigentlich überall da, wo etwas geschrieben steht.

Es gibt viele Wörter, die häufig in unserer Sprache angewendet werden und trotzdem oft falsch geschrieben werden. Dazu gehören auch die Wörter Mann und man. Der Duden definiert „Mann“ so:

  1. erwachsene Person männlichen Geschlechts
  2. Ehemann (hebt weniger die gesetzmäßige Bindung als die Zusammengehörigkeit mit der Frau hervor)
  3. Lehns-, Gefolgsleute
  4. (salopp) als burschikose Anrede, ohne persönlichen Bezug in Ausrufen des Staunens, Erschreckens, der Bewunderung

(Quelle: Duden Online: http://www.duden.de/rechtschreibung/Mann_Person_Gatte_Anrede, Stand: 17.04.2012)

Hierbei ist besonders Punkt 4 interessant. Denn „Mann“ wird tatsächlich ohne persönlichen Bezug in Ausrufen gebraucht – nicht das stattdessen häufig verwendete „man“. Denn „man“ bedeutet laut Duden „jemand, die Leute, ich, du etc.“. Wenn ich also sage: „Das macht man nicht“, dann meine ich, dass dies niemand machen sollte. Dann bezeichnet „man“ also die Allgemeinheit, die Menschen, uns alle. Wenn ich aber: „Mann, hab ich einen Hunger!“ rufe, muss dort „Mann“ stehen. Das findet mein Sprachgefühl irgendwie seltsam. Ich finde dort müsste „man“ stehen, denn es ist ja ein allgemeiner Ausruf, der niemand speziellen anspricht, schon gar keinen konkreten Mann. Lange Zeit habe ich das selber falsch gemacht (wobei ich das in fremden Texten fein rauskorrigieren kann) und auch jetzt überlege ich manchmal einen kurzen Moment, wie es nun richtig ist. Und ich glaube, damit bin ich nicht alleine. Denn man sieht diesen Fehler wirklich sehr häufig, in manchen Zeitungen taucht er so häufig auf, dass man davon ausgehen kann, dass sie diese Variante für richtig halten. Ist sie aber nicht. Und sie wird auch nicht richtiger, je häufiger man sie abdruckt.