Monatsarchive: April 2010

Das Revival der Getränkedosen

Heute war der erste richtig warme Tag des Jahres. Als ich zum Hauptbahnhof in Köln gegangen war, hatte ich noch ein paar Minuten Zeit bevor mein Zug kam und sprang in eines der zahlreichen Geschäfte. Das billigste Getränk im Laden waren die Dosen im Kühlregal. Ich trinke sie selten, doch ich kaufte mir eine Dose Cola zero in der Dose.
In der Dose? Moment mal! Seit der Einführung des Dosenpfands im Jahre 2003 sind die Dosen ganz allmählich aus den Regalen der Supermärkte verschwunden. Der Aufwand, die Dose wegen der 25 Cent Pfand zu sammeln war zu groß. Anfangs sah man in den Kölner Kiosken gerne mal ein paar gelbe Säcke voll mit leeren Dosen, die dann teilweise auch recht unangenehm rochen und dann waren sie plötzlich weg. Prinzipiell auch gut so. Denn die Herstellung einer Dose ist so ziemlich das unökologischste, wie man ein Getränk verpacken kann. Selbst eine Einweg-Plastikflasche ist da noch ökologischer.
Allerdings: Ich trinke gerne mal eine Cola aus einer Dose. So kalt ist sie sonst nie. Und seit es in Deutschland keine Dosen mehr gibt, habe ich mir gelegentlich eine Dose im Ausland gekauft. Trotz schlechtem Gewissen. Und ich fürchte, dass die Getränkedose nun ihr großes Revival erleben wird. Denn seit Tagen sehe ich in verschiedenen Imbissen und Geschäften Dosen in den Regalen. Da das Seltene und (beinahe) Verbotene bekanntlich den größten Reiz ausübt, bin ich gespannt. Denn vermutlich werden sich viele wieder über das Wiederauftauchen der Dose freuen.

Erzähl mir dein Leben!

Es passiert mir dauernd: Ich treffe auf wildfremde Menschen und sie fassen sofort zu mir Vertrauen und erzählen mir ihre Probleme. Wie komme ich darauf?
Ich bin gerade mit dem Zug in Baden-Baden angekommen, da hier hete abend ein Pressetermin ansteht. Ich steige ins nächstbeste Taxi (wobei man sagen muss, die Taxis in Baden-Baden sind echt schick, schwarz nämlich) und bemerke gegenüber dem Taxifahrer wie schön doch die Sonne lache. Daraufhin beginnt er über den im Gang befindlichen Frühling zu plaudern und kommt dadurch auf seine Frau zu sprechen, die seit einem Jahr mit der Diagnose MS leben muss und etwas den Lebensmut verloren hat. In meinem Gesicht stehen Fragezeichen, wie der Mann nun darauf kommt, mir dies zu erzählen, doch höflich wie ich bin, frage ich nach, wie es der Frau denn geht (die er im übrigen „Mutti“ nennt – ohne Worte). Dies löst eine weitere Gesprächswelle seinerseits aus, in der er mir erzählt, wie sie die Diagnose erfahren haben, wie sehr er seien Frau liebt, dass er alles für sie tut, dass er nicht lügen kann und wie sie damals in der Schwangerschaft schon so sensibel war. (???) Wir kommen im Hotel an und in der zirka zehnminütigen Autofahrt habe ich so einiges über den freundlichen Herrn erfahren. Sie nennt ihn „Papi“, er kann nicht lügen, sie macht den Haushalt und wenn es zu viel für sie ist hilft er, sie haben drei Kinder und in eine Selbsthilfegruppe möchte sie nicht. Beim Aussteigen entschuldigt er sich, dass er mich so zugetextet habe (wirklich sein Wortlaut!), aber ich winke ab und sage, es gäbe nichts zu entschuldigen. Stimmt ja auch.
Ich habe den Eindruck, es ist ihm etwas unangenehm und er weiß selber nicht, warum es so aus ihm rausgesprudelt ist. Ich weiß es auch nicht. Aber es passiert mir wirklich ständig. Damit ich mir nicht weiter den Kopf zerbreche, gehe ich einfach davon aus, dass die Menschen aus irgendeinem mir unerklärlichen Grund schnell Vertrauen zu mir fassen und sich sicher fühlen. Und das nehm ich einfach mal als Kompliment. Und hör mir weiter eure Geschichten an.

manomama – Ökokleidung aus Augsburg

Über Twitter habe ich manomama bzw. Sina Trinkwalder „kennengelernt“. Eine energiegeladene Frau, mit einer Idee, die schon sehr deutliche Gestalt angenommen hat, und die meiner Meinung nach unbedingt unterstützt werden sollte.